Es geht immer weiter!

Irgendwie geht es ja immer weiter. Die letzte Woche war verdammt hart, ich fühlte mich ziemlich überfordert und alleine gelassen mit den Entscheidungen die ich treffen musste. Leider waren auch viele Arztbesuche und Besuche in der Notaufnahme fällig um mir das Leben irgendwie so angenehm wie möglich zu gestalten.

Der Cluster hat dann so gewütet das dadurch weitere Verletzungen entstanden sind, wodurch ich weitere Medikamente brauchte. Die haben mich dann zusätzlich erschöpft, und durch mein Schlafproblem – welches langsam echt krasse Dimensionen annimmt – bin ich natürlich extrem fertig. Also liege ich im Bett oder auf dem Sofa und vegetiere so viel mich hin. Nicht schön, aber man kann es nicht ändern. 😐

Das Zauberwort lautet AKZEPTANZ! 😉

Aber es hat sich einiges getan, sodass ich jetzt am Ende der Woche sagen kann, dass ich mit meiner „Leistung“ zufrieden bin. Es folgen jetzt innerhalb der nächsten 5 Wochen zwei Klinikaufenthalte und dann klärt sich am Dienstag noch weiteres wegen der Reha (die Klinik wurde ja nochmal geändert).

Und dann warten wir mal ab und schauen das ich ganz langsam Stück für Stück wieder auf die Beine komme 😊

Ich glaube ich schulde dem einen oder anderen noch ne Mail. Sorry, ich kümmere mich drum, sobald es körperlich geht.

Es nimmt kein Ende…

Diese tolle Warterei auf einen Platz im Krankenhaus mit einer speziellen Fachrichtung macht mich langsam fertig…

Ja ich habe erst gestern Mittag meine Unterlagen dorthin geschickt, aber ständig rechnet mein Kopf damit, dass jetzt der erlösende Anruf kommt und ich da morgen hin kann. Wenn man täglich merkt wie man im Vergleich zu gestern weiter abgebaut hat, ist es schon ein verdammt bescheidenes Gefühl. Jeden Moment hoffe ich, dass mein Handy klingelt und es heißt, sein sie morgen bitte da. Ich kann nicht länger der Clown im Zirkus sein der überall ständig vor Schmerzen, vor momentan nicht kontrollierbaren Schmerzen, zusammenbricht. Es geht nicht mehr…

Dank meines Kontrollwahnsinns momentan hab ich die Unterlagen natürlich per Einschreiben weg geschickt. Also angekommen sind sie heute Nachmittag. Aber wie geht es weiter. Wann in ich dran? Wann wird mir geholfen? Ich werde echt kirre und sitze mittlerweile auf gepackten Koffern.

Irgendwie finde ich es krank, aber wahrscheinlich ist es ein ganz normaler Prozess, wenn der Körper einfach nicht mehr kann. 🙈

Also drückt bitte alle die Daumen das morgen der Anruf kommt und ich dann endlich Hilfe bekomme. 🍀

Für alle Notfälle hab ich immer eine Akuteinweisung in der Tasche, aber das ist halt auch nicht das wahre. Helfen kann man mir da halt nicht. 😐

Der Schlaf…

… oder eher die Schlaflosigkeit. 😦

Mittlerweile haben wir es kurz nach 22:30. Seit drei Stunden liege ich im Bett, weil mich die Erschöpfung der letzten Tage in die Knie gezwängt hat. Ich liege und liege und liege. Aber an Schlaf ist überhaupt nicht zu denken. 😢

Momentan kann man sich das ganze Spektakel ungefähr so vorstellen. Durst, Hunger, rechte Seite, linke Seite, neues Kühlpack, Attacke, Sauerstoff, Kühlpack, Durst, Sauerstoff aus, Triptane, Hunger, Blase entleeren, Bibi und Tina, Durst, Blase entleeren, Kühlpack, Schmerzen, Frischluft, Bewegungsdrang, Gedanken, Attacke, Schmerz, usw. usw. 😈

Wie soll ein normaler Mensch, denn da bitte zur Ruhe kommen? Ich habe alles versucht, von Progressiver Muskelentspannung, über Meditation, nächtliche Spaziergänge, Schlafmittel, Baldrian, usw. Mein Körper ist komplett raus. Die Angst von einer Attacke wach zu werden ist mittlerweile soooooooooo groß, dass mein Körper lieber 60 Stunden am Stück Party feiert. 🎉

Mittlerweile bin ich richtig angefressen. In meinen Augen ist das auch kein Wunder mehr. Mal schauen ob Frau Doktor morgen nochmal was schönes rausrückt. Ich werde dann jetzt erst​mal meine Nägel lackieren. Hab ja nichts besseres vor.

Gute Nacht wünsche ich Euch. 😊

 

Die Sache mit den Kühlpacks!

Kühlpacks sind super. Eigentlich kennt man sie eher als der Orthopädie oder Chirurgie, doch mir helfen sie bei Clusterkopfschmerzen wunderbar.

Clusterkopfschmerzen äußern sich bei mir als stechender Schmerz im Auge und als Bunsenbrenner hinter dem Auge. Also also ob jemand versucht mein Auge von innen zu verbrennen. Und klar was macht man wenn es brennt? Löschen!! Sobald ich merke das es los geht, hole ich mir ein tiefgefrorenes Kühlpack aus dem Gefrierschrank und presse es mit einem Tuch drum auf mein Auge und die Schläfe. Meistens spüre ich die Kälte im ersten Moment gar nicht so wirklich. Je weniger der Schmerz wird desto angenehmer wird das Gefühl. Wirklich ein Traum. 😍

Und in den übrigen Momenten, unabhängig von den Attacken, sondern wenn nur die Hintergrundschmerzen und die Überreizung im Auge da sind. Gibt es Kühlpacks aus dem Kühlschrank. Die sind nicht ganz so kalt, sondern haben eine gute Themparatur sich ein wenig entspannen zu können.

Und so verbringe ich dann momentan leider ein Drittel meines Tages… 😞

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Derzeit warten wir drauf, dass ich ins Krankenhaus kann und komplett neu eingestellt werde. So ist es momentan leider kein Zustand mehr. 😢

Danke für die Tage und Nächte…

Jeden Tag,

jede Nacht,

jede Sekunde,

jede Minute,

jede Stunde,

Angst,

pure Angst!

 

Ein brennen,

ein bohren,

ein stechen,

Nacken,

Schläfen,
Stirn,

Auge,

Verzweiflung,

pure Verzweiflung!

 

Ein wimmern,

ein Schrei,

ein lauter Schrei,

Schmerz,

vernichtender Schmerz!

 

Sauerstoff an,

AscoTop rein,

Coolpack,

Bewusstlosigkeit,

Stille,

Leichtigkeit,

Panik,

Schmerz,

pure Vernichtung!

 

Krämpfe,

Tränen,

Orientierungslosigkeit,

Stürze,

Hilflosigkeit!

 

Ruhe,

langsam,

ganz langsam,

der Puls sinkt,

spürbare Kälte,

Erleichterung!

 

Doch die Angst,

die unberechenbare Angst,

wann kommt er?

Schlaf, Erholung?!

Fehlanzeige!

 

Danke für die wunderbaren Tage und Nächte die wir zusammen verbringen dürfen!

Attacken und Publikum

Wer kennt es nicht? Ein Krankenwagen steht irgendwo am Straßenrand und eine Traube von Menschen versammelt sich drum herum um nur kurz einen Blick zu erhaschen, was da gerade passiert ist.

Ich glaube die Antwort ist uns allen klar. Aber was denken und fühlen wir, wenn wir auf einmal die Person sind die Hilfe braucht? Darum soll es jetzt, dank der Frage einer Followerin gehen. 🙂 (die Einleitung hab ich ja mal richtig gut hinbekommen 😀 )

Also ich glaube man muss es in vier Kernbereiche aufteilen, die da folgende wären:

  • Familie und Freunde
    • Ich glaube das dieses Thema Attacken in der Gegenwart von Familie und Freunde für mich gar nicht so eine große Bedeutung hat. Durch die Erkrankung habe ich recht viele Freunde verloren und meine Familie wohnt ja einige Kilometer von mir entfernt. Zu Anfang war es für uns alle hart, wobei ich mich damals schon immer ganz zu Beginn zurück gezogen habe. So mache ich es heute noch. Merke ich da kommt was, geh ich in einen separaten Raum und komme erst raus, wenn es mir wieder gut geht. Ich glaube da haben meine Freunde, Familie und ich die beste Lösung gefunden. In der Regel weiß man ja auch, wo man dann einen ruhigen Ort für sich alleine hat.
  • Die Arbeit
    • Ja das ist ein spannender Bereich. Zuerst muss ich sagen, dass ich in einem Büro mit ganz vielen Menschen arbeite. In meiner letzten Gruppe wussten alle über meine Erkrankung Bescheid und es hat mich jeder respektiert so wie ich war und mich unterstützt wo er nur konnte. Für mich war das ein wunderbares arbeiten. Wenn ich merkte da kommt was, hab ich dem Kollegen neben mir ein Handzeichen gegeben und mich auf die Toilette verkrümelt. Sobald die Spritze wirkte, bin ich ins Büro zurück (natürlich sichtlich angeschlagen) und habe ganz langsam weiter gearbeitet.
    • Jetzt aber bin ich in einer anderen Abteilung und teilweise alleine im Telefondienst. Bedeutet, wenn ich mich abmelde, weil der Troll meint mich ärgern zu müssen, gibt es keinen der ans Telefon geht. Das ist echt teilweise ein Problem. Dann wissen leider die Kollegen nicht bescheid (das wird sich nach Ostern ändern!), sodass sich teilweise schon gewundert wird, warum ich morgens so fertig aussehe. Fakt ist nämlich, dass ich in dieser Gruppe mir keine 15 min Auszeit nehmen kann um in aller Ruhe die Attacke auszusitzen. Also hampel ich auf meinem Stuhl hin und her, ein Taschentuch trocknet die Tränen, das Wasser zur Ablenkung am Mund und Augen zu und durch. Ich glaube jeder der sich mit dem Thema Cluster befasst hat, weiß das das nicht leicht ist. Seit ich in der neuen Gruppe bin, geh ich auch nur noch fertig nach Hause. Aber wir sind dran auch da eine optimale Lösung zu finden.
      • wo ich jetzt darüber schreibe, beschließe ich mal, dass es zu Ostern einen ausführlichen Beitrag dazu gibt. Ich glaube das ist ganz interessant 😉
  • Ärzte
    • Beim Arzt eine Attacke zu bekommen ist so eine Sache für sich. 😀 Zum einen kommt es drauf an, was für ein Arzt es ist und wie die Attacke ist. Ich glaube ich habe alles erlebt… Es reichte von: „Wo ist ihre Notfalltasche?“, Spritze raus, rein damit und warten (das ist die Abgeklärte) bis hin zu „Legen sie sich hin, ich hol Morphium, ruf einen Krankenwagen mit Notarzt, wir brauchen EKG, usw. usw.“ (der Hysterische) oder „Was für eine Erkrankung hat sie? Google mal eben was wir da machen!“ (der Ratlose). Das sind nur Beispiele. Ich für mich habe jetzt folgenden Weg gefunden: Ich frage in Praxen, die ich nicht kenne (ja es gibt wirklich noch welche 😉 ), ganz höflich nach der Toilette und informiere die Damen das es passieren kann, aber sie bitte ruhig bleiben sollen, da ich klar komme. Bislang klappt das super mega gut. In der Regel tragen sie das, wie bei meiner Hausärztin, in die Kartei ein und jeder weiß was Sache ist. Ausnahmen gibt es natürlich immer… Aber an dieser Stelle ein riesen Lob an die Bevölkerung die sich im Wartezimmer beim Arzt rum treibt. Super nett, hilfsbereit, keine dummen Sprüche oder verzweifelte Panikmacherei.
  • alle Anderen
    • Wie ist es, wenn man zwischen Erbsensuppe und Toast eine Attacke kassiert? Ehrlich gesagt, fühlt es sich nicht gut an und es ist jedes Mal ein Stich in die Seele. Es tut verdammt weh, wenn man am Boden liegt, alleine ist und einen alle Leute anstarren. Und glaubt bitte nicht, dass irgendwer fragt ob man Hilfe benötigt. Nein, lieber ruft man drei Regale weiter zwischen Paprika und Tomaten einen Rettungswagen. Wenn er da ist, darf er dann auch gleich wieder fahren. Bis die mich bei der Erbsensuppe entdeckt hätten, geht es mir wieder gut und ich bin bei den Chips. Was will ich damit sagen? Öffentlichkeit ist ein riesen Problem. Gerade öffentliche Verkehrsmittel, Supermärkte oder Großveranstaltungen. In krassen Phasen, wie momentan, gehe ich entweder gleich morgens um 7 Uhr einkaufen oder abends um 21:30 Uhr. Da habe ich einfach meine Ruhe und kann entspannt den Laden verlassen wenn was kommt ohne mich mit Tante Erna an der Kasse abzusabbeln das ich vorbei will. Öffentliche Verkehrsmittel meide ich fast komplett, außer es geht nicht anders. Dann aber nur mit Spritze in der Hand und Strumpfhose an, sodass ich jederzeit gegensteuern kann. Ja Großveranstaltungen finden in der Regel ohne mich statt… Für die Öffentlichkeit gibt es in meinen Augen nur zwei Varianten: Zu Hause verkriechen oder Augen zu und durch. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, für welchen Weg ich mich entschieden habe. 🙂

Zusammenfassend muss ich sagen, dass die Attacken, die nicht zu Hause und in der Nacht, passieren, wirklich ein riesen Problem sind. Ich bin dadurch leider in eine leichte Depression gerutscht, sodass ich mir professionelle Hilfe geholt habe. Einmal die Woche rede ich mit einem Psychologen über meine Erkrankung, die Blicke der Mitmenschen, meine Gefühle darüber usw. usw. Ich glaube anders kann man das quasi kaum verkraften. :-/

Ich hoffe, dass ich mit dem Artikel ein wenig aufklären konnte. Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt mir gerne in den Kommentaren oder unter meincluster@web.de 🙂

GON-Blockade

Ich habe diese Woche eine E-Mail bekommen (worüber ich mich immer riesig freue 🙂 ) in der nach näheren Infos zur GON-Blockade gefragt wurde. Da ich mir vorstellen kann, dass es für mehr Clusterköpfe interessant sein kann und ich mich gerade langweile, hab ich gedacht, ich verfasse Euch mal einen kleinen Roman. 😉

Wenn die liebe Followerin weitere Fragen hat oder noch was privat erklärt haben möchte, darf sie sich gerne jederzeit an mich wenden 😀 .

  • So was ist denn überhaupt so eine GON-Blockade?
    • Es ist eine Infiltrationstherapie mit Cortison und einem Lokalanästhetikum welches in die Nähe des großen Hinterhauptnervs gespritzt wird. Einige Ärzte machen das unter Ultraschall um die Nerven besser zu finden, andere machen das so.
  • Tut das weh?
    • Also im Vergleich zu einer Attacke fand ich es echt lächerlich. Beim ersten Mal hatte ich wirklich Angst und hab dann auch noch nach dem Einstich ne Attacke kassiert, welche dann ganz schnell weg war. Aber das war so mein absolutes Horrorszenario. Die anderen Male saß ich ganz entspannt und hab ne Runde gequatscht.
  • Hilft eine GON-Blockade?
    • An dieser Stelle kann ich nur wieder sagen, dass jeder Clusterkopf anders ist. Ich hatte beim ersten mal 3 Tage Ruhe,  beim nächsten Mal waren es glaube ich 6 Tage. Wir hatten dann überlegt eine dritte Runde zu machen, aber leider scheiterte es an Kommunikationsschwierigkeiten. Grundsätzlich hat man mir aber erzählt (und so habe ich es auch wahrgenommen), dass die Wirkung verlängert werden kann, je häufiger man eine GON-Blockade setzt. Natürlich nicht, wenn es beim ersten Mal schon nicht geholfen hat. 😉
  • Allgemeines, ich weiß nicht wie ich es nennen soll…
    • Grundsätzlich ist es ratsam eine GON-Blockade von einem erfahrenen Neurologen machen zu lassen
    • Nach der GON-Blockade ist man quasi ein umgedrehtes Einhorn, was aber nach ein paar Stunden komplett weg ist 😀

Fazit: Ich bin der Meinung jeder der keine ausreichende Wirkung mit seinen Medikamenten erreicht und weiterhin viele Attacken hat, sollte es mal ausprobieren. Persönlich bin ich froh, dass es bei mir hilft, denn so kann ich zu bestimmten Terminen mir einen GON-Block spritzen lassen und weiß ich kann ganz entspannt aufs Festival fahren.

Mittlerweile haben meine Schmerzfee und ich festgestellt, dass mir sogar kurzfristig (für 2-3 Tage) nur eine Spritze mit einem Lokalanästhetikum, also ohne Kortison hilft. Wir mussten vom Kortison Abstand nehmen, weil es langsam echt unfassbare Dimensionen annimmt. Ausprobiert und es hat geklappt. Keine Ahnung warum, ist einfach so.

Meine Vermutung ist, dass der Troll durch das Lokalanästetikum aus seinem Schlafrhythmus gebracht wurde und durch die Verwirrung erstmal Hammer und Meißel nicht gefunden hat, um sein Palast weiter bauen zu können. Ein bisschen Spaß muss sein 😉

Und jetzt folgt eine sehr wichtige Meldung, mit der ich selber schon nicht mehr gerechnet habe 😀 :

Meine Rehabilitationsmaßnahme ist endlich durch. In naher Zukunft darf ich mich endlich 5 Wochen von dem ganzen scheiß erholen und mit meinem Lieblingsfreund dem Troll einen schönen Ausflug nach Mitteldeutschland unternehmen.

So in diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein schönes Restwochenende. Das Wetter soll morgen ja super werden. Also meine Strandtasche ist gepackt 😀

Reha?!

Entschuldigt bitte, ich muss mal meine Frust freien Lauf lassen. Wenn sich jemand persönlich angegriffen fühlt, sorry ich meine es nicht so…

Manchmal frage ich mich, wo ich lebe. Wie ich ja schon häufiger geschrieben hatte, kämpfe ich seit 9 Monaten um eine Reha. Ja genau… 9 Monate! Es gibt Leute die haben wegen, in meinen Augen, einer Kleinigkeit nach mir eine Reha beantragt und befinden sich schon dort. Warum?? Sind knapp 60 Fehltage in der Firma, nur in diesem Jahr, nicht genug?

Ich dachte immer eine Reha ist dazu dar, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten… scheinbar nicht wenn man unter Clusterkopfschmerzen leidet. Ach stimmt ja, was waren nochmal Clusterkopfschmerzen? Migräne oder? Klar kennt jeder, hat ja auch jeder. 😦

So ungefähr hat die Gutachterin reagiert. Sie hat sich, nachdem ich fast 4 Stunden gewartet habe, immerhin 15 Minuten Zeit genommen. Zwischendurch noch vom Brötchen abgebissen und natürlich die Parkscheibe umgestellt. Patienten können schließlich warten…

Wenn wir die Nettozeit betrachten, meinte sie, dass sie nach nur 10 Minuten ein Gutachten erstellen kann, wo sie natürlich reinschreibt, dass ich mal wegen Migräne zur Reha sollte. Wäre ja wohl mal angebracht, weil ich ja immer noch bei meinen Pillen Luft nach oben hätte und der Neurostimulator ja komplett überflüssig sei. Kompetente Frau, eindeutig!

Fakt ist, nach bislang 2 Monaten liegt der Rentenversicherung weiterhin kein Gutachten vor – das Geld für die Fahrkosten haben sie auch noch nicht erstattet- und ich soll mich gedulden. Gibt es keine Fristen, die auch ein Gutachter einhalten muss? Von mir erwartet die Rentenversicherung immer sofort eine Antwort binnen 14 Tagen. Aber eine Gutachterin hat Zeit so viel wie sie will? Unfassbar…

Leider bin ich momentan mit all dem ganzen scheiß (sorry…) überfordert. Meine Ärzte sind da auch keine wirkliche Unterstützung, der VdK meldet sich bislang nicht und die Frist, die ich der RV gestellt habe, läuft die Tage aus.

Habt Ihr eine Idee oder Erfahrungen, wie ich jetzt am besten vorgehen soll? Wenn ihr das nicht öffentlich schreiben möchtet, dann schickt mir gerne eine E-Mail an meincluster@web.de.

Ich bin über jeden Ratschlag dankbar. 🙂

Das Gefühl es geht nichts mehr…

Zuerst sind es Minuten die man gegen seinen Körper ankämpft. Aus Minuten werden dann Stunden, Tage oder auch Wochen…

Zu Anfang hat man es im Griff. Die Krankheit bestimmt einen nicht, doch dann ganz ganz schnell. Auf einmal hat man keinen Einfluss mehr auf den Körper.

Irgendwann ist er so geschwächt, dass jede kleine Erkrankung wie eine Erkältung einen wochenlang aus dem Verkehr zieht.

Zu Anfang half noch der beste Concealer gegen die Augenringe der schlaflosen Nächte. Mittlerweile ist man froh, wenn man sich vor Schmerzen die Haare kämmen kann.

Zu Beginn sagte man der Chefin, dass man morgen wieder da sei. Heute meldet man sich bis auf weiteres krank. Wagt ein Versuch und ist dann nach kurzer Zeit doch wieder zu Hause.

Zu Anfang lächelte man die Apothekerin an, wenn sie fragte ob sie die Medikamente vorbei bringen soll. Heute ist man froh, jede Bewegung und somit jeden Schmerz zu vermeiden.

Früher wurde man beim Arzt freundlich nach seinem Namen gefragt. Heute werde ich von allen über 20 Mitarbeitern mit Namen begrüßt.

Alles Schmerzt. Mein Kopf explodiert. Meine Lunge krampft. Mein Arm brennt. Mein Nacken brennt. Die Psyche ist im Eimer.

Danke lieber Clusterkopfschmerz, Du hast es geschafft!

Internationaler Clusterkopfschmerztag

Hallo,

heute möchte ich einmal anlässlich des heutigen Internationalen Clusterkopfschmerztages das letzte Jahr Revue passieren lassen. Also meiner Meinung nach hat sich da schon so einiges getan.

Meine Hausärztin hat immer wieder junge Assistenzärzte bei sich sitzen. So auch heute. Ich gucke meine Hausärztin immer kurz an uns sie gibt mir das Go für das Frage-Antworten-spiel. I ❤ it! Vor einem Jahr konnte mir KEINER sagen, was Cluster ist. Heute würde ich behaupten haben 50 % die Erkrankung schon mal gehört und 30 % wissen was dahinter steckt. Okay immer noch nicht wirklich gut, aber in meinen Augen schon mal ein Fortschritt. Ich habe die Ansicht, dass eigentlich JEDER in der Uni den Begriff Cluster wenigstens einmal hören sollte. Leider umfasst der Bereich Kopfschmerzen nur einen ganz kleinen Teil von wenigen Stunden im Studium.

Genau so hab ich es auch letzte Woche im Krankenhaus beziehungsweise bei den Notfallsanitätern empfunden. Sie wussten was ich habe und was sie im Notfall zu tun haben. Endlich!

Dann erreichte mich letzte Woche das Ergebnis meines Verschlechterungsantrages. Auch beim Versorgungsamt ist endlich die Krankheit Clusterkopfschmerz angekommen. Ich war schwer begeistert, dass es mal nicht nur als Kopfschmerzen abgetan wurde.

Aber es gibt noch immer ganz viel zu tun bezüglich der Aufklärung. Leider gibt es noch sehr viele Neurologen, die immer noch nicht wissen, was hinter der Erkrankung steckt oder Notaufnahmen die im Notfall falsche Medikamente verordnen. Gerade heute hab ich wieder ein Rezept bestellt. Ich wette, dass ich in ein paar Tagen das Rezept habe, aber nicht die Sachen drauf stehen, die ich brauche. Das ist leider jeden Monat das gleiche Drama. 😦

Oder warum muss ich seit über einem halben Jahr mich mit der Rentenversicherung streiten, dass die endlich meine Reha übernehmen? Bin ich nicht krank genug? Jetzt ist es soweit und ich habe ein Anwalt eingeschaltet. Verarschen kann ich mich alleine. Nur weil kaum einer Clusterkopfschmerzen kennt, heißt es nicht, dass ich nicht krank bin. Nein ganz im Gegenteil, ich bin schwer krank. Aber scheinbar kommt das bei solchen großen Organisationen nicht an. Momentan überlege ich auch, ob ich vielleicht mal einen Fernsehsender einschalten sollte. Vielleicht komme ich dann endlich zum Erfolg.

Also wie ihr seht, es hat sich in dem Jahr einiges getan, aber wahrscheinlich gibt es doppelt so viel Arbeit die noch aussteht. Ich möchte an dieser Stelle nochmal sagen, dass es meine Meinungen sind. Ob es woanders besser oder schlechter läuft, kann ich nicht beurteilen.

Ich wünsche Euch einen schönen, restlichen Tag. Bei mir steht jetzt noch Erkältung auskurieren auf dem Plan. 😦