Die guten Vorsätze

Guten Morgen,

bis gestern war ich eigentlich fest überzeugt, dass Vorsätze nichts bringen und ich sie deshalb auch gar nicht aufstellen muss. Beim lokalen Radiosender wurde dann drüber diskutiert. Während ich am Schreibtisch saß und meine Arztberichte usw. umgeheftet habe (das Jahr 2016 ist ja Geschichte 😉 ) habe ich nochmal ganz genau drüber nachgedacht… 🙂

Gut die klassischen Vorsätze wie mehr Gesundheit, gesünder leben, mehr Sport machen usw. fallen alle wegen meiner Erkrankung raus. Kurzzeitig wollte ich das Thema schon wieder im Kopf fallen lassen. Doch dann. Es schoss in meinen Kopf und ich wusste was ich für Vorsätze habe beziehungsweise was ich an meinem Leben ändern möchte.

Das sind die Resultate der Aktion:

  • Mehr entspannen
    • Umsetzung erfolgt, in dem ich mir jetzt schon jeden Monat einen Tag geblockt habe, an dem ich ans Meer oder die See fahren werde. Einfach den frischen Wind um die Nase wehen lassen und lange spazieren gehen. Dabei gibt es auch kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
  • Mehr unternehmen
    • Die letzten zwei Jahre stand meine Erkrankung total im Mittelpunkt. Damit ist jetzt Schluss! Einmal im Monat werde ich etwas unternehmen. Entweder ins Museum gehen, zu einem Konzert gehen oder einfach nur mit einer Freundin ganz entspannt einen Kaffee trinken gehen. 🙂
  • Weniger Handy
    • Leider ist das Handy bei vielen zum Mittelpunkt geworden. Leider auch bei mir… Ich habe jetzt klare Handypausen für mich festgelegt und das Handy wird nicht mehr auf laut geschaltet. Wer mich erreichen will, kann es auch zweimal versuchen.
  • Medizinisches Personal
    • Mich regen die Ärzte, Krankenkassen, Krankenschwestern, Studienbetreuer usw. ja regelmäßig auf. Ich lass mich davon nicht mehr beirren. Im Jahr 2017 wird alles über meine Hausärztin laufen. Im Zweifel werden E-Mails jetzt halt erst nach einer Woche beantwortet. Wenn ich auf eine Antwort 4- 6 Wochen warten muss, müssen die super tollen Spezialisten auch mal warten. 🙂
  • gute Prüfung
    • Im letzten Quartal werde ich meine ersten vier Prüfungen schreiben. Diese sollen richtig gut ausfallen, weil ich allen zeigen möchte, das ich nicht dumm durch die Erkrankung geworden bin. Das heißt für mich lernen, lernen, lernen. Aber ganz ehrlich, das bringt mir so viel Spaß 🙂

So ich wünsche Euch einen schönen Tag, ich werde jetzt mal Frühstücken.

Frohes Neues!

Guten Morgen zusammen,

ich wünsche Euch ein Frohes neues Jahr 2017. 🙂

Irgendwie war es ein ganz komischer Jahreswechsel für mich. Erst habe ich Abendbrot gegessen, dann ein bisschen den Fernsehr angemacht. Das Standardprogramm halt… Ein Herz und eine Seele, Dinner for one,…

Nach einiger Zeit war es Zeit ins Bett zu gehen, dann wachte ich aber nochmal auf. Wodurch wohl? Richtig, nett und friedlich bog die letzte Attacke um die Ecke. Ich schaute auf die Uhr, es war 23:02 Uhr. Mein Ehrgeiz war geweckt, dass ich die Attacke noch im Jahr 2016 beende. Wie sollte ich es auch sonst in der Statistik vermerken? 😀 Okay, der Plan war klar. Spritze rein und glücklich sein. Hat geklappt, nur mich irgenwie super müde gemacht.

Dank der Raketen bin ich dann aber pünktlich um Mitternacht wach geworden, habe aus dem Dachfenster entspannt 10 Minuten Feuerwerk geschaut und bin sofort wieder eingeschlafen. Irgendwie alles ganz merkwürdig… :-/

Gestern bzw. heute morgen habe ich die Jahresstatistik 2016 gemacht. Da sie in meinen Augen ganz anschaulich ist, werde ich sie Euch mal zur Verfügung stellen. Wer mich darauf erkennt, schweigt bitte über meinen Namen. 😀

jahresstatistik-blog
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So schlaft Euch alle gut aus und startet gut in das neue Jahr 2017.

Das Jahr 2016

Hallo,

mit großen Schritten neigt sich das Jahr 2016 dem Ende zu. Eigentlich wollte ich ja die letzten Wochen viel aktiver sein, nur leider war dies nicht möglich.

Wahrscheinlich kennen wir es alle. Wenn es scheiße läuft, dann aber so richtig… Zu erst hatte ich ziemlich mit dem Cluster zu kämpfen, dann kam das Studium dazu, dann folgte eine Phase in der es mir psychisch richtig richtig dreckig ging. Selbst die Psychiatrie stand teilweise schon im Raum (Mittlerweile weiß ich warum diese Erkrankung auch Suizidkopfschmerz genannt wird). Das hatte wir dann gerade aufgefangen, folgte nach drei Tagen Ruhe und Erholung eine fette Erkältung die jetzt eine Lungenentzündung geworden ist. Ich sag dazu nur: Yippi !!!

Morgen werde ich als ganz entspannt den Jahreswechsel verschlafen und den restlichen Abend mit „Dinner for one“ und „Ein Herz und eine Seele“ verbringen. Dazu gibt es Hühersuppe. Mittlerweile nehme ich es mit Humor. Denn wenn wir mal ehrlich sind, war das ganze Jahr 2016 so wunderbar, dass ich es einfach nur vergessen möchte. Der Cluster geht kein Stück zurück, der Stimulator erzielt nicht den gewünschten Erfolg, ich hab nur Stress mit den Ärzten und keine Lust mehr auf irgendwelche Termine beim Arzt.

Trotzdem habe ich auch Angst vor dem Jahreswechsel (Wahrscheinlich werden morgen einige Tränen fließen 😦 ). Vor allem Angst davor, dass alles so bleibt und ich nicht ein paar Tage, Wochen oder auch nur Stunden der Erleichterung verspüre. Vor drei Jahren war noch alles in Ordnung. Ich hatte Spaß, bin feiern gegangen und war eine junge, hübsche Frau die Spaß am Leben hatte. Hoffen wir einfach mal, dass das Jahr 2017 mir einiges davon wieder geben kann. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen einen guten Rutsch und feiert ordentlich für mich mit. 😀

 

 

 

 

Gastbeitrag

Hallo,

mein Name ist Guido, bin 39 Jahre alt und würde mich gern zum Thema Cluster und Familie äußern.

Bei mir fing alles im Spanienurlaub an. Tagsüber am Strand bekam ich meine erste Attacke, ich wusste nicht wie mir geschieht, wusste nicht was das war in meinem Kopf, hab mich vor Schmerzen auf der Liege gekrümmt und musste mit ansehen wie meine Freundin (heute meine Frau) da stand und nichts tun konnte. Ich weiß nicht wer damals hilfloser in dem Moment war, ich oder Sie.

Nach ein paar Monaten und unzähligen Arzt besuchen, Hausarzt, Hals- Nasen- Ohrenarzt, Neurologe (ohne Ahnung), einer Augenärztin die mich überhaupt erst auf Cluster gebracht hatte, landete ich dann in der Uniklinik Münster. Dort bestätigte man mir dann das ich einen Episodischen Cluster habe der noch nicht wirklich ausgeprägt sei.

Mit dem Befund im Gepäck und der Aufklärung bin ich damals mit einem total mulmigen Gefühl nach Hause. Was würde meine Freundin sagen, würde Sie bei mir bleiben? Was sagt meine Familie wohl dazu? Meine Freunde? Diese Gedanken beherrschten den kompletten Rückweg und zerstörten meine kompletten Zukunftspläne innerhalb von Sekunden.

Zu Hause wartete meine Freundin gespannt auf meinen Bericht. Nachdem ersten Schock schaute Sie mir ganz tief in die Augen und sagte mir: Zusammen schaffen wir das! Mir fiel ein Riesen Stein vom Herzen, der Kloß in meinem Hals verschwand und ab diesem Moment an wusste ich das ich nicht allein mit meinem Matschauge (so nenne ich meinen Cluster) stehe.

Nach und nach erzählten wir es meinen Eltern, heutigen Schwiegereltern, Geschwistern und Freunden. Alle haben Sich riesige sorgen gemacht, kannten diese Krankheit nicht und wussten nicht wie Sie damit umgehen sollten. Meine Freundin war diejenige die Ihnen erzählt hat wie das abläuft bei einer Attacke und das ich dann allein sein muss, das man mir in dem Moment nicht helfen kann. Ich bin im übrigen auch der unruhige wipper und Schläfenklopfer. Meiner Mutter und meiner Schwiegermutter fiel es am schwersten mich bei Attacken in Ruhe zu lassen und so gerieten wir auch mal aneinander, weil ich echt ein Ekel bin bei Attacken. Irgendwann hat es aber auch bei denen Klick gemacht und Sie haben verstanden das ich mich nur bei Attacken so verhalte und einfach dann meinen Freiraum brauche.

So gingen die ersten Jahre ins Land, Isoptin, Imigran Inject und Sauerstoff wurden nach und nach ausprobiert. Isoptin und Imigran haben hervorragend geholfen, Sauerstoff hatte bei mir leider einige Nebenwirkungen hervorgerufen so das ich letztendlich erstmal bei den 2 Mitteln geblieben bin.

Irgendwann haben wir dann beschlossen zu Bauen und zu Heiraten, wir hatten gesagt erstmal das und dann Kinder. Doch das mit dem ersten Kind kam schneller als erwartet. Der Bau noch nicht fertig, meine Freundin muss Hochschwanger Heiraten, ist Cluster vererblich? Alle diese Dinge schwirrten in meinem Kopf herum, dazu kommt noch das ich immer 2 Wochen auswärts arbeite und dann 2 Wochen frei habe. In dieser Zeit hatte mein Cluster Hochkonjunktur, er kam und ging wie er wollte, hatte ich Stress war er da und hat mich begleitet. Immer wieder musste ich mit ansehen wie meine Frau hilflos dastand und mir nicht helfen konnte. Was muss das für ein Gefühl sein, Völlig hilflos dazustehen und nichts tun zu können?

Meine Frau sagte immer wieder zu mir: Zusammen schaffen wir das! Ich bin Ihr so dankbar dafür das Sie so verständnisvoll ist, sich um die Kinder kümmert bei einer Attacke und immer für mich da ist, das man das nicht in Worte fassen kann.

Apropos Cluster und erblich: Nein, Cluster ist nicht vererblich.

Nach unserer Hochzeit kam unser heute 3 Jähriger Sohn zur Welt. Was für schönes und zusammenschweißendes Erlebnis. Danach wusste ich auch wie es sich Anfühlt völlig hilflos zu sein. Gottseidank hatte mein Matschauge am Tag der Geburt Ruhetag und ich konnte mich völlig auf meine Frau und die Geburt konzentrieren. Etwas über 2 Jahre später kam dann unsere Tochter zur Welt, ich stand dort schon nicht mehr ganz so hilflos dabei und wusste wie ich die Geburt meiner Frau noch angenehmer machen konnte. Und dann begriff ich das man von Situation zu Situation besser damit umgeht und das meine Frau genau das selbe bei einer Attacke macht. Für Sie ist es allerdings schon Routine, doch innerlich belasten tut Sie das schon noch. Wichtig ist das man drüber redet, wie und was man grade fühlt.

Nach ein paar Monaten im Glück zu viert, im jetzt 2 1/2 Jahre alten Haus und unseren 2 super Kindern erwischte mich dann die erste heftige chronische Attackenwelle. Ich muss dazu sagen ich habe bei weitem nicht so viele Attacken wie Du und wahrscheinlich auch nicht so heftig, aber diese Situation hat mich völlig überrollt. 2 Wochen arbeiten, jede Nacht 2-3 Attacken und mindestens 1 am Tag, das gleiche Spiel zu Hause, die Attackenstärke und Dauer wurden länger und schlimmer, schlaflose Nächte und ein völlig neben sich stehender 2 1/2 jähriger der sich nicht erklären konnte was mit seinem Papa los ist. Da ich Nachts immer wieder runter bin in die Küche und ich dabei nicht unbedingt der leiseste bin wurde er ab und an wach, hatte Angst das ich wieder Arbeiten fahre ohne ihm Tschüss zu sagen, Angst weil er seinen Papa bislang nie so gesehen hatte. Mir kommen jetzt noch die Tränen wenn ich daran denke wie hilflos er an seiner Zimmertür stand und geweint hat und ich keine Zeit hatte mich um ihn zu kümmern weil mein Matschauge meine volle Aufmerksamkeit brauchte.

Meine Frau war diejenige die wieder die Rolle des erklärens übernommen hat, so das unser Sohn vielleicht nicht genau verstanden hat was Papa hat aber er besser damit umgehen kann. Ich kann nur immer wieder sagen wie dankbar ich für diese Frau bin, die so toll hinter mir steht und dabei sich noch um alles kümmert.

Naja, Sie war es dann auch die mich dazu gedrängt hat mich um einen Termin in der Schmerzklinik Kiel zu bemühen, da die Uni in Münster nicht mehr über das Fachpersonal verfügt, weil die Anzahl und die Intensitätsveränderung der Attacken hatte ja schon irgendetwas zu bedeuten. Der Neue Befund lautete dann von Episodisch zu Chronischem Cluster gewechselt, nicht ganz unschuldig daran waren meine nicht eingehaltenen regelmäßigen Arzttermine und mein Rauchen. Neu eingestellt auf andere Medikamente geht es heute wieder.

Was ich Euch eigentlich damit zeigen möchte ist: Das Leben ist trotz allem Lebenswert, man kann ein ziemlich normales Leben führen, mit Kindern und allen was dazu gehört, man braucht sich nicht zu verstecken, man kann vielleicht nicht mehr alles mitmachen, aber vieles wenn man sein Umfeld über seine Krankheit aufklärt, eine so tolle Frau an seiner Seite hat wie ich, Freunde und Verwandte die einem schon vorher ansehen das man eine Attacke bekommt und einem den Rücken freihalten. Das alles ist möglich, auch mit Cluster. Gebt nicht auf, lasst den Cluster nicht Euer Leben bestimmen.

Mein Fazit: Cluster und Familie funktioniert Prima mit der richtigen Aufklärung seiner liebsten und seinem Umfeld.

Ich wünsche Dir und allen anderen viel schmerzfreie Zeit und Menschen bei denen Ihr auf Verständnis stoßt.

Lieben Gruß Guido

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Dieser wunderbare Beitrag erreicht mich per E-Mail. Ich möchte Guido an dieser Stelle für seine offenen und ehrlichen Worte danken. Auch mit Cluster ist das Leben lebenswert, wir müssen nur das beste draus machen. 🙂

Cluster und Arbeit. Geht das?

Ich wurde gebeten, mich mal zum Thema Arbeiten zu äußern. Vielen Dank für den Wunsch, ich freue mich darüber ein paar Worte zu verlieren.

Also… ich bin da glaub ich ein besonderer Fall. Ich arbeite Vollzeit, im Schichtdienst, Wochenenddienste, Feiertagsdienste, langer Fahrweg und studiere nebenbei. 🙈 Für mich ist das so aber genau richtig.

Also Clusterpatienten kennen das Problem mit den Arztterminen. Da kommt einiges zusammen: Hausarzt, Neurologe, EKG, Blutentnahme, Apothekenbesuche, Sauerstofflieferant usw. usw. Wenn ich jeden Tag von 8-16 Uhr arbeiten müsste, hätte ich keine Möglichkeit diese Termine wahrzunehmen. Dafür ist der Schichtdienst und Wochenenddienst super. Ich kann morgens meine Termine erledigen und geh danach arbeiten. Oder ich bleib einen Tag komplett zu Hause. ABER: Auch ich arbeite nicht mehr bis 22/23 Uhr. Seit dem ich den Troll habe ist ein ganz fester Schlaf-Wach-Rhythmus für mich sehr wichtig.

Wenn ich nachts viele Attacken hatte, also eigentlich wie jede Nacht 😉, dann habe ich morgens einen Zeitraum in dem ich anfangen kann. Meistens fang ich um 8 an, wenn ich um 4 Uhr eh durch die Attacke geweckt wurde. Wenn ich aber um 2 Uhr eine hatte und bis 3 Uhr noch kein Auge zubekommen habe, bin ich nicht vor 9:30 Uhr im Büro. So kann ich für mich sicher stellen, das ich aufjeden Fall ein paar Stunden Schlaf hab. Und da ich den Zeitraum habe, kann ich ganz entspannt aufstehen und eine eventuelle Attacke behandeln.

Auf das Autofahren verzichte ich, wenn ich gar nicht geschlafen habe oder gerade neue Medis bekommen habe. Kommt aber recht selten vor….

Und in der Firma: Meine Chefs und zwei Kollegen wissen Bescheid. Es gibt für den Notfall eine Tasche in meiner Handtasche mit den wichtigsten Infos. Und der Rest weiß nicht das ich krank bin. Krieg ich ne Attacke geht’s ab auf Klo, Spritze rein und 10 min später arbeite ich weiter.

Für manche klingt das alles bestimmt extrem hart und nicht normal. Wie oben schon gesagt, ist es so für mich genau das richtige. Durch die Arbeit kann ich den ganzen Stress einfach vergessen und werde behandelt wie jeder andere auch. Und wenn es mal nicht geht, dann gibts immer noch den Weg zum Arzt. 😉

Wenn ihr Fragen habt dann gerne als Kommentar einfügen.

Ist Cluster immer so krass?

 

Vor langer langer Zeit habe ich einen Beitrag mit einem Video zu Clusterkopfschmerzen gepostet. Da ja einige neue Follower dazu gekommen sind, möchte ich dieses Thema nochmal kurz aufgreifen. 🙂

ACHTUNG!!! Bitte nur schauen, wenn ich stabil seid. Unter dem Video dürft ihr gerne auch so weiter lesen.

Dieses Video zeigt eine Person mit einer Clusterattacke. Ich bin mir nicht sicher, ob es damals das gleiche Video gezeigt hatte. Ehrlich gesagt, bin ich einfach zu faul gewesen, gerade nachzuschauen.

Dieses Video ist schon echt krass (sonst hätte ich auch nicht die Warnung geschrieben 😉). Aber nur weil das Video so krass ist, heißt es nicht, dass bei allen Clusterpatienten die Attacken so ablaufen. Ganz im Gegenteil, es gibt sogar einige die sich dabei ins Bett legen können. Dann gibt es Leute die können nach den ersten Minuten sogar weiter arbeiten. Andere werden jedoch bewusstlos oder könnten ihre Möbel zu Kaminholz verarbeiten. So wie jeder Mensch anders ist, ist auch jede Attacke anders!

Bei mir ist es so, dass ich meistens sitze (auf dem Fußboden, selbst im Krankenhaus), mit dem Oberkörper Wippe und meine Beine unruhig sind. Die Hand presst gegen das Auge und schlägt gelegentlich gegen die Schläfe. Warum schlage ich mich eigentlich? Ich versuche den Schmerz damit auf einr andere Körperregion zu lenken. Meistens klappt das auch ganz gut.

Dann gibt schnell eins der wundervollen Notfallmedikamente sodass dann in der Regel nach 5 min das schlimmste überstanden ist. 😃

Also zusammenfassend gesagt, ist nicht jede Clusterattacke gleich. Solche Attacken wir im Video erlebe ich nur noch alle 2-3 Tage. Das hat sicherlich auch mit den Akutmedikamenten zu tun. Wenn ich jeden Tag acht von diesen Attacken hätte, wäre ich nicht mehr so leistungsfähig wie ich es heute trotz Erkrankung noch bin. 😃

Psychotherapie…

Es ist schon wieder viel zu viel Zeit vergangen seit ich mich gemeldet habe. Momentan müssten meine Tage locker 30 Stunden haben. Vollzeitjob, Studium, Arzttermine, Cluster und dann noch meine neue Psychotherapie. :-/

Vor langer, langer Zeit hätte man mir ja geraten mir einen Therapieplatz zu suchen. Fand ich nicht wirklich sinnvoll, machte es dann aber trotzdem. Nach einer gefühlten Ewigkeit (also fast zwei Jahre) durfte ich denn auch antanzen. Irgendwie schon ein komisches Gefühl. Aber ich war erleichtert, es gab keine Couch und der Raum war auch ganz ansehnlich. Also gut, ich wusste nicht was ich da sollte, er wusste es auch nicht (woher auch?!). Trotzdem haben wir immer irgendwas gefunden, was mir tierisch gegen den Strich geht oder wo ich nicht weiß wie ich damit umgehen soll. Manchmal ist es einfach doch gut, wenn man einer unbeteiligten Person mal das Herz ausschütten kann.

Letzte Woche dann war ich ein wenig erschrocken. Ich habe die Tage bis zum nächsten Termin gezählt. Eigentlich wusste ich nicht wirklich warum. Doch als ich in der Therapiestunde nervlich zusammengebrochen bin, wurde mir einiges klar.

Bislang empfinde ich die Sitzungen als sehr hilfreich. Jedem Clusterpatient kann ich eine Therapie nur empfehlen. Die Krankheit wird nicht ohne Grund Suizidkopfschmerz genannt. Auch wenn wir noch so stark wirken, wird es uns irgendwann innerlich auffressen. 😦

GON, GON, GON?

Nach der Überschrift, fragt ihr Euch sicherlich gerade, ob ich einen Knall hab. 😀 Ja, eindeutig!

Die letzten zwei Wochen bestand mein Leben nur aus einem Wort „GON-Blockade“. Eine GON-Blockade besteht aus Lidocain und Cortison, welches mit einer Spritze in Hinterkopf gespritzt wird. Klingt ein bisschen unangenehm, merkt man aber kaum. 🙂

Das erste Mal war ich ganze 3 Tage schmerzfrei. Für mich waren das die schönsten Tage in den letzten Monaten. Am Donnerstag hab ich es dann nochmal bekommen. Bis lang hab ich Ruhe, wobei heute immer was kleines anklopft, aber auch genau so schnell weg ist. Das wird einfach nicht von mir beachtet und wird auch nicht stärker. Ich war ganz traurig, als ich heute morgen nach nur 11 Stunden schon wieder wach war. Eine Nacht Ruhe brauch ich noch um wieder Kraft zu tanken.

Je nachdem wie lange die Blockade jetzt wirkt, entscheidet sich dann nächste Woche, ob wir es zum dritten Mal wiederholen.

Und es hat sich noch was ganz positives ergeben, beziehungsweise hatte ich endlich einen Arsch in der Hose. Dazu aber zum späteren Zeitpunkt  mehr. 😀

Ich wünsche Euch ein schönes restliches Wochenende.

Veränderungen

Ich hatte ja bereits im letzten Beitrag geschrieben, dass sich einiges in meinem Leben geändert hat. 🙂

Der wichtigste Punkt ist meiner Meinung nach, dass ich eingesehen habe, dass ich nicht 7 Tage die Woche 20 Stunden ohne Schlaf arbeiten (also nicht nur in der Firma) kann. Ich bin krank, sogar schwer krank, und muss einsehen, dass ich Ruhe und Erholung brauche.

Die ersten Wochen waren echt der Horror. Ich habe fast 17 Monate nur funktioniert und funktioniert. Und auf einmal macht es Peng und Du hast Ruhe. Stille… einfach nichts. Jedes kleine ziepen wird im Kopf wahrgenommen, immer die Angst im Hinterkopf, dass es gleich wieder los geht. Doch das wichtigste war, dass ich gelernt habe, dass ich auch mit Ruhe umgehen kann. Sie tut mir nichts, ich habe durch Entspannung nicht mehr Attacken als sonst. Das einzige was sich ändert, ist der Einfluss der Entspannung auf den restlichen Körper.

Oh Gott, wie sich das gerade anhört. 🙂 Aber es ist wirklich so… Vor meiner Blog-Pause, war ich nicht mal mehr in der Lage meine Einkäufe in die Wohnung zu tragen. Mein Körper war komplett ausgebrannt und erschöpft. Aber mittlerweile, auch dank eines neuen Jobs (dazu nächstes mal mehr 😉 ) kommt meine Energie ganz, ganz langsam zurück.

Jetzt gibt es erstmal mein neues Samstagsritual: Einen Becher Tee, ein paar Kekse und einen guten Film. 😀 Mein Haushalt ist danach dran. Alles Stück für Stück!

sommer-2016

I´m back :-)

Einen langen Monat habe ich mich nicht mehr zu Wort gemeldet. Ungefähr zwei Monate habe ich nichts mehr wirklich geschrieben…

Puh… das war eine verdammt lange Zeit. Aber damit soll jetzt Schluss sein! 🙂

Die letzten Monate hat sich verdammt viel in meinem Leben getan. Teilweise negativ, aber auch durchaus positiv. Ihr wollt wissen, was das genau ist? Seit gespannt, ich werde die nächsten Tage und Wochen von allen Neuigkeiten berichten.

Eine Bitte habe ich noch: Wenn jemand mit Clusterkopfschmerzen diesem Blog folgt, würde ich mich über einen Gastbeitrag freuen. Schreib mir einfach eine E-Mail (meincluster@web.de), wir können dann schauen worüber Du schreiben möchtest usw.

So jetzt mach ich mein Handy hübsch, in der Hoffnung, dass ich Euch in meiner Mittagspause über Neuigkeiten informieren kann.

Bis dann 😀

P.S. Das Foto hat eine Bedeutung. Erratet Ihr was ich mit dem Bild ausdrücken möchte?